Berichterstattung

Die Wochenzeitung Junge Freiheit berichtet seit einigen Minuten auf ihrer Internet-Seite über die 1. Konservativ-Subversive Aktion.

Eine Antwort zu “Berichterstattung”

  1. Friedrich Prignitz sagt:

    Zum einen bin ich überrascht, dass sich engagierte junge Menschen über den stillen und allzu zurückgelehnten Konservatismus hinaus endlich, endlich zu Aktionen entschließen, weil spürbarer kultureller Widerstand längst überfällig ist; zum anderen verlangt ein so exponierter Auftritt verantwortungsbewusste Überlegung, damit er das intendierte Signal zu setzen vermag und nicht etwa kurios wirkt. Insofern bin ich jedoch eher für Oper statt Operette und für große Orchesterbesetzung statt Kammermusik. - Zum einen: Sind tagende Politnostalgiker, deren Veranstaltung die pubertäre Empfindungslinke ausrichtet, tatsächlich Gegner, deren Format Gegenwind herausfordert? Das 68er Revolutiönchen war für die Bürgersöhne und höheren Töchter vor dem Hintergrund gesicherte Rechtsstaatlichkeit billig zu haben, denn die pseudomarxistischen Kostümierungen und das Ventilieren halb verstandener und undurchdachter Ideologie kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie allesamt gar nichts riskiert haben, sondern sich auf romantische Weise etwas martialisch fühlen durften, weil sie die Konsequenzen des stalinisierten Sozialismus in ihrer Welt nie tragen mussten. Karikatur einer Revolution, rote Tändelei, rhetorische Platzpatronen. 1968 hatte nichtsdestotrotz fatale Auswirkungen, und so scheint es mir angezeigt, sich eher gegen diese Folgen selbst zu richten, also die Verantwortlichen für den Kulturverlust jetzt und heute zu stellen. Dazu bedarf es allerdings qualifizierter Argumentation und wahrscheinlich sogar der Bereitschaft zum hohen Risiko, das bereit ist, sich über etwas Fassadenkletterei und ein paar fixe Parolen hinaus zu wagen. Es gälte dann, Institutionen zu stellen und sich nicht unbedingt lautstark, aber dezidiert vernehmen zu lassen! Der Vergleich mit den Geschwistern Scholl erscheint mir übrigens vermessen bis peinlich, denn niemand der Aktionsteilnehmer hat vergleichbare Restriktionen zu fürchten! Linke Seminaristen zu ärgern und ein bisschen zu erschrecken macht zwar endlich aufmerksam darauf, dass es kritische Andersdenkende gibt und dass vom Hohenzollerndamm und aus Schnellroda mehr kommt als Papier, aber ein Tischfeuerwerk ist schnell abgebrannt. Ein bisschen Aktion mit verkürzenden Slogans schon grandios zu finden kopiert auf fatale Weise die Revoluzzerromantik der behäbigen Linken, die längst ihren saturierten Frieden mit dem System gemacht hat. Hauptsächlich aber: Jede Aktion, die auch nur etwas wagt, verdient Anerkennung. Ausdrücklich! Nur Mut!

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