Konservativ-Subversive Aktion
In Berlin sind seit 6.30 Uhr zwanzig Schüler und Studenten an der Humboldt-Universität im Einsatz, um den Auftakt des linksradikalen 68er-Kongresses zu stören. Sie stammen aus dem Umfeld der neurechten Publikationsprojekte Sezession und Blaue Narzisse. Organisatoren dieser 1. Konservativ-Subversiven Aktion sind Götz Kubitschek (oben) und Felix Menzel.
Eine ausführliche Standortbestimmung der Akteure bietet der Text: Die “Neue Rechte”. Sinn und Grenze eines Begriffs.
Die Konservativ-Subversive Aktion ist deutschlandweit organisiert. Sie setzt um, was in den Texten
Provokation
Philosophie der Selbstbehauptung
Das konservative Minimum
Zurüstung zum Bürgerkrieg
theoretisch vorbereitet und als notwendige Ausweitung der Arbeit bestimmt wurde.
Die heutige Aktion ist der Auftakt einer Folge von Provokationen und Regelverstößen und damit eine neue, für den Gegner ungewohnte Form der Infragestellung seiner lässigen Machtausübung.
02. Mai 2008 um 10:00
Tja, der Konservative Hindenburg und seine friedliebende Politik (die unter anderem in der Benennung Hitlers zum Rechtskanzler kulminierte) hat zum Glück keinen Menschen das Leben gekostet.
Und daß das kapitalistische System täglich 30.000 Kinder in Afrika verhungern läßt, sprengt eigentlich noch den Rahmen des nationalsozialistischen Massenmordes. Der größte Mörder aller Zeiten heißt Kapitalismus. Und Konservative, die Hitler zu verantworten haben, sollten sich lieber selbst erschießen gehen, als das einzig wirklich friedliche System zu verfemen: Den Kommunismus.
02. Mai 2008 um 10:25
Ich denke auch, die “68er” sind der falsche Feind! Aber als Waldgänger steh ich da vermutlich recht alleine…
Baring hat das kürzlich im Staats-TV auch sehr sinnvoll begründet. Daß die 68er nicht der Ursprung, sondern die Folge waren…
02. Mai 2008 um 11:04
Großes Lob! Das ist endlich mal eine Tat. Und die kommunistischen Verbrechen zu nennen, heißt ja nicht die anderen Verbrechen zu leugnen und das tut die subersive konservative Aktion auch nicht!!
02. Mai 2008 um 11:42
Wäre gut, wenn die vier Bücher, auf die da verwiesen wird, auch frei zugänglich wären - wenigstens in Ausschnitten.
So kriegt man den Eindruck es handle sich um Werbung …
02. Mai 2008 um 12:16
Eine gelungene Überraschung!Kann Euch nur gratulieren…
02. Mai 2008 um 22:54
An Paul:
Ein gravierender Unterschied zwischen Deinem Denken und dem von uns Konservativen besteht darin, dass wir uns mit allen Opfern, auch denen des NationalSOZIALISMUS befassen, während Ihr Linken stets die eigenen Opfer verdrängt und vergessen machen wollt - aber damit ist schon lange in der Forschung Schluss!
Ich empfehle als allerneueste Lektüre: Bogdan Musial: Kampfplatz Deutschland - Stalins Kriegspläne gegen den Westen. Immerhin Ullsstein-Buchverlage, also kein rechter Verlag, und außerdem ein polnischer Historiker!
Es ist erschreckend wie der von Dir gepriesene “friedliche Kommunismus” die eigenen “kleinen Leute” verheizte - nimmst zur Kenntnis, sonst wirst Du unglaubwürdig wie Deine Lehrer (und meine in der Schule!).
03. Mai 2008 um 13:26
Der alte Vorwurf, der Nationalsozialismus sei außer dem Namen nach irgendwie mit dem Sozialismus verwandt gewesen, ist schon deswegen absurd, da der Staatsfeind Nummer eins Karl Marx hieß. Marxist zu sein, hieß Konzentrationslager. Heute heißt es: soziale Ausgrenzung.
Der Vorwurf soll nur eines vertuschen: Gewählt wurden die Nazis von Konservativen. Die linken Parteien waren die einzigen, die versucht haben, den Schrecken abzuwenden. Dafür landeten sie im KZ. Diejenigen aber, die die Nazis erst an die Macht brachten, gründeten danach einen Klub namens CDU und regierten nach 49 gleich weiter. Die nämliche alte Nazibande.
Einen Kommunismus hat die Welt, leider, noch nie gesehen. Die Ostblockstaaten entsprechen in etwa dem, was heute auch im Westen herrscht. Sozialismus der oberen, Ausbeutung der unteren. Der Pseudosozialismus der UdSSR, ein Staatskapitalismus, entspricht dem monopolkapitalistischen System insofern als der Wohlstand der oberen die Armut der Massen bestimmt.
Im Osten waren es Parteibonzen, im Westen sind es ehrenwerte Banker.
Daß du aber über Kommunismus nichts weißt, lieber dumm bleibst, liegt schon in deiner Natur angelegt. Konservativ heißt: Mein Horizont ist geschlossen, wir haben das intellektuelle Zentrum dicht gemacht. Von jetzt ab dogmatisch.
05. Mai 2008 um 10:51
Zum einen bin ich überrascht, dass sich engagierte junge Menschen über den stillen und allzu zurückgelehnten Konservatismus hinaus endlich, endlich zu Aktionen entschließen, weil spürbarer kultureller Widerstand längst überfällig ist; zum anderen verlangt ein so exponierter Auftritt verantwortungsbewusste Überlegung, damit er das intendierte Signal zu setzen vermag und nicht etwa kurios wirkt. Insofern bin ich jedoch eher für Oper statt Operette und für große Orchesterbesetzung statt Kammermusik. - Zum einen: Sind tagende Politnostalgiker, deren Veranstaltung die pubertäre Empfindungslinke ausrichtet, tatsächlich Gegner, deren Format Gegenwind herausfordert? Das 68er Revolutiönchen war für die Bürgersöhne und höheren Töchter vor dem Hintergrund gesicherte Rechtsstaatlichkeit billig zu haben, denn die pseudomarxistischen Kostümierungen und das Ventilieren halb verstandener und undurchdachter Ideologie kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie allesamt gar nichts riskiert haben, sondern sich auf romantische Weise etwas martialisch fühlen durften, weil sie die Konsequenzen des stalinisierten Sozialismus in ihrer Welt nie tragen mussten. Karikatur einer Revolution, rote Tändelei, rhetorische Platzpatronen. 1968 hatte nichtsdestotrotz fatale Auswirkungen, und so scheint es mir angezeigt, sich eher gegen diese Folgen selbst zu richten, also die Verantwortlichen für den Kulturverlust jetzt und heute zu stellen. Dazu bedarf es allerdings qualifizierter Argumentation und wahrscheinlich sogar der Bereitschaft zum hohen Risiko, das bereit ist, sich über etwas Fassadenkletterei und ein paar fixe Parolen hinaus zu wagen. Es gälte dann, Institutionen zu stellen und sich nicht unbedingt lautstark, aber dezidiert vernehmen zu lassen! Der Vergleich mit den Geschwistern Scholl erscheint mir übrigens vermessen bis peinlich, denn niemand der Aktionsteilnehmer hat vergleichbare Restriktionen zu fürchten! Linke Seminaristen zu ärgern und ein bisschen zu erschrecken macht zwar endlich aufmerksam darauf, dass es kritische Andersdenkende gibt und dass vom Hohenzollerndamm und aus Schnellroda mehr kommt als Papier, aber ein Tischfeuerwerk ist schnell abgebrannt. Ein bisschen Aktion mit verkürzenden Slogans schon grandios zu finden kopiert auf fatale Weise die Revoluzzerromantik der behäbigen Linken, die längst ihren saturierten Frieden mit dem System gemacht hat. Hauptsächlich aber: Jede Aktion, die auch nur etwas wagt, verdient Anerkennung. Ausdrücklich! Nur Mut!
12. Mai 2008 um 01:48
Hallo,
ihr schreibt, dass ihr Bundesweit organisiert seid. Gibt es in Niedersachsen oder Bremen eine Gruppe von euch der man sich anschließen kann?
Ich würde es auch schön finden, wie oben schonmal geschrieben, wenn man die Bücher, die eure Meinung widerspiegelt, man zumindest in Auszügen, kostenlos lesen könnte. Würde mir die bei gefallen dann auch kaufen ;). Und wenn meine Meinungen euren in Wichtigen Punkten übereinstimen, würde ich mich euch gerne anschließen.
Also, wie gesagt, komme aus Niedersachsen (nähe Bremen), und würde mich freuen wenn ihr mir mal eine (Info-)Mail zukommen lassen würdet.
MfG
17. Juni 2008 um 16:28
Eine sehr gute Aktion von euch !
Ich hoffe das es in Zukunft mehr von euch zu hören gibt und würde mich sehr über ein E-Mail Kontakt mit euch freuen, ich denke Unterstützung kann man nie genug haben.
Viele Grüße
ein konservativer Freund.
02. Juli 2008 um 18:45
@ W.Wagner:
Den Nazi-Faschismus als eine Spielart des Sozialismus (oder gar Kommunismus) zu begreifen, zeugt nicht nur von grundlegendem politischen Unverständnis, sondern zeigt auch, dass Sie der Nazi-Propaganda aufgesessen sind. Denn nicht alles ist automatisch das, als was es sich ausgibt. Wenn der Nazi-Faschismus sozialistisch gewesen wäre, wäre nach dieser Logik die stalinistische DDR auch demokratisch gewesen…
08. Juli 2008 um 14:52
Ihr solltest vielleicht erstmal Leo Strauss seine Vorlesung über den “German Nihilism” lesen.